einzigartig-eigenartig e.V.

Verein zur Förderung und Integration von Kindern, Jugendlichen
und Erwachsenen aus dem autistischen Spektrum und angrenzender Gebiete
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"Jeder ist ein wenig wie alle,
ein bisschen wie manche und
ein Stück einmalig wie niemand sonst."
(Quelle unbekannt)

Tagung Hannover 2016

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Berichte und Impressionen zur Fachtagung Fachtagung " Autismus und medizinische Versorgung – (k)ein Problem?!" - 03. September 2016, Ärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Quelle: Niedersächsisches Ärzteblatt Heft November 2016 Seite 8 + 9 (http://www.haeverlag.de/nae/n_beitrag.php?id=5381)

Hinweis: Im Druckexemplar hat sich bei der Prävalenz leider ein Fehler eingeschlichen; richtig muss es heißen:

"In der interdisziplinären S3-Leitlinie Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter (1) wird eine Prävalenz von 0,9 bis 1,1 Prozent für ASS angenommen, zudem wird über ein breites Spektrum komorbider Störungen und Erkrankungen berichtet."

"Barrierefreiheit für Menschen mit Autismus in der Arzt-Patienten-Interaktion"

In der interdisziplinären S3-Leitlinie Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter (1) wird eine Prävalenz von 0,9 bis 1,1 Prozent für ASS angenommen, zudem wird über ein breites Spektrum komorbider Störungen und Erkrankungen berichtet.

Für Menschen mit Autismus hat der barrierefreie Zugang zum Gesundheitssystem erhebliche Bedeutung, unter anderem da sie eine erhöhte Vulnerabilität für eine Reihe psychischer Erkrankungen aufweisen. Spezifische Konzepte für eine barrierefreie Kommunikation zwischen den Health CareProfessionals und Patienten mit einer Autismus-SpektrumStörung liegen bislang nur vereinzelt vor.

Im Rahmen der Fachtagung „Autismus und medizinische Versorgung – (k)ein Problem?!“ wurden am 3. September 2016 in der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) daher Ansätze in der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung wurde vom Verein einzigartig-eigenartig e.V. in Kooperation mit der ÄKN und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. (LVG & AfS) umgesetzt. Schirmherrin war die Niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt.

Privatdozentin Dr. med. Tanja Sappok vermittelte einen Überblick über die Denk- und Wahrnehmungsbesonderheiten bei Autismus (2). Sie stellte heraus, dass Barrierefreiheit in der ambulanten Versorgung bereits bei der ersten Kontaktaufnahme von hoher Relevanz ist (zum Beispiel Möglichkeit zur Terminvereinbarung per E-Mail statt per Telefon) und im Rahmen von Diagnostik und Therapie eine Reihe von Besonderheiten (unter anderem hinsichtlich sensorischen Empfindungen, der Reflektion psychischer Vorgänge sowie Handlungsplanung und Entscheidungsfindung) Berücksichtigung finden sollten. Dieses wurde aus Perspektive von Dr. med. Christine Preißmann, selbst Asperger-Autistin, ergänzt. Sie stellte dar, wie sich Compliance und Adherence in der Therapie durch einen adäquaten Umgang mit dem Thema Autismus optimieren lassen und mit den gesundheitsfördernden Potenzialen der Selbsthilfe autistischer Menschen verknüpft werden können.

Silke Lipinski, Humboldt Universität zu Berlin, stellte spezifische Informationsmaterialien für Hausärzte sowie Psychotherapeuten (3) vor. Die Broschüren wurden von der Autismus-Forschungs-Kooperation (AFK) entwickelt, einem bislang bundesweit einmaligen Zusammenschluss von autistischen Menschen und am Thema Autismus interessierten Wissenschaftlern.

Neben Aspekten der Barrierefreiheit lag der Fokus auf Fragen der Zugänglichkeit diagnostischer und therapeutischer Angebote für (erwachsene) Menschen mit Autismus. Hierbei wurde als Best Practice-Beispiel das in Hamburg-Alsterdorf angesiedelte Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion (SIMI) (4) vorgestellt. Übereinstimmend stellten die ÄKN, vertreten durch Dr. med. Gisbert Voigt, und die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen, vertreten durch Götz Schwope (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut), fest, dass eine Weiterentwicklung der Angebote – insbesondere auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – in Niedersachsen anzustreben ist.

Während für Kinder und Jugendliche ein suffizientes Angebot vorgefunden werden kann, müssen Erwachsene allein schon für eine diagnostische Abklärung oft beträchtliche Wartezeiten in Kauf nehmen und / oder Angebote außerhalb Niedersachsens aufsuchen. Im therapeutischen Setting kann ein achtsamer Umgang mit der Selbst- und Umweltwahrnehmung von Menschen mit Autismus ein wesentlicher Schlüssel für den Behandlungserfolg sein.

Martin Schumacher

Fachreferent LVG & AfS

Quellen:

(1) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/028-018l_S3_Autismus-Spektrum-Stoerungen_ASS-Diagnostik_2016-05.pdf

(2) http://www.aerzteblatt.de/archiv/112474

(3) http://www.autismus-forschungs-kooperation.de/index.php/infomaterial

(4) http://www.evangelisches-krankenhaus-alsterdorf.de/simi/

 

Ehrengäste und Vorstand einzigartig-eigenartig e. V.

Mit dabei (v.l.n.r.): Götz Schwope (Psychotherapeutenkammer), Dr. Manfred Koller (Sozialministerium), Dr. med. Gisbert Voigt (ÄKN) sowie Thomas Löprich und Jürgen Isernhagen vom Vorstand von einzigartig-eigenartig e. V. 

 

Impressionen der Veranstaltung

Eintreffen der Teilnehmenden

Eintreffen der Teilnehmenden

Dr. Manfred Koller (Sozialministerium)

Dr. Manfred Koller (Sozialministerium)

 

PD Dr. Tanja Sappok, Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herberge

PD Dr. Tanja Sappok, Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herberge

Silke Lipinski, Autismus-Forschung-Kooperation der Humboldt-Universität Berlin

Silke Lipinski, Autismus-Forschung-Kooperation der Humboldt-Universität Berlin

Dr. Henrike Heiling und Birgit Pohler, Medizinisches Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderungen am evangelischen Krankenhaus Alsterdorf Hamburg

Dr. Henrike Heiling und Birgit Pohler, Medizinisches Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderungen am evangelischen Krankenhaus Alsterdorf Hamburg

Dr. Christine Preißmann, Ärztin für Allgemeinmedizin,  Psychotherapie

Dr. Christine Preißmann, Ärztin für Allgemeinmedizin,  Psychotherapie


Podiumsdiskussion Götz Schwope, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (PA / TP) , Psychotherapeutenkammer Dr. Gisbert Voigt, Ärztekammer Niedersachsen Sabine Brockmann, Landesarbeitsgemeinschaft  Autismus Niedersachsen Dr. Christine Preißmann, Ärztin für Allgemeinmedizin,  Psychotherapie

Podiumsdiskussion

Götz Schwope, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (PA / TP) , Psychotherapeutenkammer, Dr. Gisbert Voigt, Ärztekammer Niedersachsen Sabine Brockmann, Landesarbeitsgemeinschaft  Autismus Niedersachsen Dr. Christine Preißmann, Ärztin für Allgemeinmedizin,  Psychotherapie

(Nicht auf dem Bild: Dr. Norbert Mayer-Amberg, Niedersächsischer Ausschuss für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung

Dr. Norbert Mayer-Amberg, Niedersächsischer Ausschuss für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung Dr. Manfred Koller (Sozialministerium), Silke Lipinski, Autismus-Forschung-Kooperation der Humboldt-Universität Berlin, PD Dr. Tanja Sappok, Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herberge Götz Schwope (Psychotherapeutenkammer),

Dr. Norbert Mayer-Amberg, Niedersächsischer Ausschuss für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung Dr. Manfred Koller (Sozialministerium), Silke Lipinski, Autismus-Forschung-Kooperation der Humboldt-Universität Berlin, PD Dr. Tanja Sappok, Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herberge Götz Schwope (Psychotherapeutenkammer),


Teilnehmende

Teilnehmende

 

Fachtagung " Autismus und medizinische Versorgung – (k)ein Problem?!" 
03. September 2016, Ärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Für Menschen mit Autismus hat der barrierefreie Zugang zum Gesundheitssystem erhebliche Bedeutung, unter anderem da sie eine erhöhte Anfälligkeit für eine Reihe psychischer Erkrankungen aufweisen. Spezifische Konzepte für eine adäquate, patientenzentrierte Kommunikation zwischen Fachkräften des Gesundheitswesens und Ratsuchenden sowie Patientinnen und Patienten mit einer Autismus-Spektrum-Störung liegen bislang jedoch noch kaum vor.

Ziel der Fachtagung ist es, die bereits vorliegenden Ansätze in der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung zu erörtern und Weiterentwicklungsbedarfe in weiteren Disziplinen, insbesondere im Bereich der Gesundheitsförderung und Primärprävention (auch) für Menschen mit Autismus, zu diskutieren.

Auf Grundlage einer ressourcenorientierten Herangehensweise an das Thema sollen neben der Versorgungsperspektive insbesondere auch der Gewinn aus dem bürgerschaftlichen Engagement von Autistinnen und Autisten im Bereich der Selbsthilfe und der ehrenamtlichen Beratung sowie aus dem Engagement als Fachkräfte des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens transparent gemacht werden.

Die Tagung wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Autismus Niedersachsen, vertreten durch den Verein einzigartig-eigenartig e. V., in Kooperation mit der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. (LVG & AfS) umgesetzt.

Zielgruppe sind in erster Linie die in Niedersachsen lebenden Menschen mit Autismus sowie ihre Angehörigen und Menschen aus ihrem sozialen Umfeld. Eine weitere Zielgruppe stellen die Fachkräfte des Gesundheitswesens in Niedersachsen dar.

Im Anschluss an die Veranstaltung soll eine Dokumentation in Form eines Flyers für Arzt- und Psychotherapiepraxen in Niedersachsen entwickelt und verteilt werden, die Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zum Thema barrierefreie Kommunikation und Versorgung für Menschen mit Autismus informiert und sensibilisiert.

Weitere Informationen zum Programm, Veranstaltungsflyer, zur Anfahrt und die Online-Anmeldung finden Sie auf der Seite unseres Kooperationspartners, der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.:

http://www.gesundheit-nds.de/index.php/veranstaltungen/582-autismus-und-medizinische-versorgung

Die Fachtagung ist als Fortbildungsveranstaltung für beruflich Pflegende, Psychotherapeuten und Ärzte anerkannt.

Eine Orientierungshilfe für den zeitlichen Ablauf und die Ortlichkeit finden Sie unter diesem externen Link.

Veranstalter:

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Gefördert durch:

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Ärztekammer Niedersachsen

 

 

Kooperationspartner:

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Landesarbeitsgemeinschaft Autismus Niedersachsen

 

 

 

 

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