| Autismus und Schule | ||||
| Unsere „Vereinskinder“ besuchen verschiedene Schulformen: | ||||
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Tagesbildungsstätten, Gymnasien (mit und ohne Hilfe),
Förderschulen für Körperbehinderte, Grundschulen (mit
Schulbegleitung und Förderstunden und ohne), private
Montessorischulen, Förderschulen für Hörbehinderte bzw. für
Lernbehinderte (mit Schulbegleitung). Realschulen
(mit und ohne Schulbegleitung), die Förderschulen für
Geistigbehinderte und gleichzeitig das Gymnasium (stundenweise
mit Begleitung), bis hin zur Schulform Hausunterricht. Zur Zeit sind 805 Schüler aller Schulformen mit medizinisch diagnostiziertem Autismus im niedersächsischen Kultusministerium erfasst - siehe externer Link Landtagsdrucksache 16/576. |
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Dies sind nur ca. 0,08 % der Gesamtschülerschaft Niedersachsens, so dass bei einer Häufigkeit von 0,25 - 1% von einer hohen Dunkelziffer nicht diagnostizierter Schüler auszugehen ist. Mit Ausnahme der letztgenannten Schulform ist das auch so richtig, denn die „Empfehlungen zu Erziehung und Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten" der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2000 betonen ausdrücklich, dass dies Aufgabe aller Schulen sei. Diese Setzung ist allerdings n o c h nicht inhaltlich in das niedersächsische Schulgesetz und den entsprechenden Erlassen eingearbeitet; mit fatalen Auswirkungen: Denn gemeinsam ist unseren „Vereinskindern“ : 1. dass sie alle große Schwierigkeiten in ihrer schulischen Situation haben oder hatten, 2. dass Ratlosigkeit , Verunsicherung im Umgang mit ihnen, „Unglauben“, Sorge vor einer Überforderung der Lehrer, Angst, dann nicht allen Kindern gerecht werden zu können, Unsicherheit über die Verlässlichkeit von Förderstundensicherheit und der Eindruck der Nichtzuständigkeit in der jeweils eigenen Schulform geäußert wird.
Autistische Kinder und Jugendliche brauchen gut ausgebildete, gut fortgebildete, interessierte Lehrer, die einfühlsam sind und die Bereitschaft zeigen ein besseres Verständnis zu entwickeln! Sie brauchen gut strukturierten, überschaubaren Unterricht, in kleinen Klassen, mit der Möglichkeit sozialer und räumlicher Nischen. Sie brauchen faire Mitschüler, die bereit sind sie immer wieder mit einzubeziehen. Bereits bei der Einschulung, aber auch während der Schulzeit ist zu überlegen, ob für die Schulzeit ein sonderpädagogischer Förderbedarf besteht. Dann sollte das bei der zuständigen Grundschule beantragt werden. Wichtig ist, dass damit nicht automatisch verbunden ist, dass das Kind auf die Förderschule gehen sollte. Integration hat - schulgesetzlich verankert - Vorrang! Es kann sein, dass das autistische Kind zusätzlicher Betreuung bedarf (s.o.). Wichtig dabei ist, einen Schulbericht, aus dem diese Notwendigkeit hervorgeht, anzufordern und einen Antrag über einen Schulbegleiter beim Sozialamt bzw. Jugendamt zu stellen. In der Niedersächsischen Lehrerausbildung kommt das Thema Autismus in der Regel nicht vor, es gibt auch keine schulischen Fachberater, die diese Informationslücke ausfüllen könnten. Deshalb sind alle Beteiligten, auch die beteiligten Förderlehrer immer noch auf eine gute Zusammenarbeit und externe Beratung (beispielsweise durch Ambulanzen für Menschen mit Autismus) angewiesen ! Die Entwicklung eines gemeinsamen Förderkonzeptes und die Profilierung des Nachteilsausgleiches sind dabei grundlegend. Hilfreich kann dabei ein vernetzender Kontakt mit anderen Schulen, die bereits autistische Kinder beschulen, sein.
Auch hier ist zwar im Moment stark die Selbsthilfe gefragt, aber: Mit Autismus muss gerechnet werden ... in Niedersachsen!
Seit August 2009 gibt es bei den Mobilen Diensten der Landesschulbehörde Autismusfachberater, welche bei der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung in die Schulen unterstützend tätig sind.
Die Landesschulbehörde Niedersachsen hat ein Projekt "Autismus und Schule" initiiert. Informationen zu Sofortmaßnahmen, zum Nachteilsausgleich und zu den Ansprechpartnern des Projektes finden Sie auf der Internetseite der Landesschulbehörde.
Weitere Informationen dazu und zum Thema Autismus und Schule erhalten Sie über folgenden externen Link: www.netzwerk-autismus-niedersachsen.de.
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